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Beste Entscheidung des Lebens Andrea Verspohl

Blog Interview Entscheiden Cover Michaela Forthubeer #Entscheidungsarchitektin mit Andrea Verspohl

Andrea Verspohl

Beste Entscheidung ihres Lebens? Warum? Und 6 1/2 Fragen dazu:

1. Welche Entscheidung war die Beste, die Du in Deinem Leben getroffen hast? (Und warum?)

Meine drei Kinder bekommen zu haben: Weil ich durch sie das Wunder bedingungsloser Liebe erlebe. Kein anderes Gefühl erzeugt eine so starke Verbundenheit mit dem Leben in mir. Es ist nicht so, dass meine Kinder der Sinn meines Lebens sind, das sind sie nicht.  Aber die Liebe zu meinen Kindern ist der Maßstab, an dem ich die Stärke meiner Liebe zu anderen Menschen, Umständen und Handlungen messe.  Die Reinheit unserer Verbindung zeigt mir im Vergleich, auf welchen Wegen ich bei mir bin und auf welchen ich mich in Lieblosigkeiten verstricke.

6 1/2 Fragen:

1. Was beeinflusst Deine Entscheidungen?

Ich frage mich bei jeder Entscheidung, ob sie mein Leben leichter macht. Leichter im Sinne von erfreulicher, unkomplizierter, entspannter. Ich möchte mich in einem Umfeld bewegen, in dem ich maximale Freiheit habe meinen Impulsen in Ruhe zu folgen. Deshalb lebe ich an einem Fluss, dessen Strömung die Bewegung hin zu einem großen Ziel symbolisiert, majestätisch und ohne Hektik. Man könnte sagen, ich suche Ruhe in der Bewegung. Da wo ich sie finde, bin ich zu Hause.

2. Wie ist Dein Vorgehen, wenn Du eine schwere Entscheidung zu treffen hast?

Ich gehe durch alle Phasen hindurch. Eine schwere Entscheidung fordert (vermeintlich) immer ein Opfer oder sie konfrontiert mich mit einer Angst, der ich lieber ausweichen würde - sonst wäre es ja eine leichte Entscheidung :-). Damit ich die Entscheidung treffe, muss die Vision, die hinter der Entscheidung steht hell leuchten. Aber vor allem muss der Schmerz groß genug sein, um Veränderung herbei zu sehnen. Dieser Schmerz ist wie eine riesige Welle, darin ist auch viel Wut. Ich spüre, wie sie sich langsam aufbaut. Irgendwann kommt der Moment, in dem ich mich von ihr mitreißen lasse: Ich treffe die Entscheidung und ich handle. In diesem Prozess brauche ich Unterstützung. Ich führe viele Gespräche mit Freunden.

3. Was haben Entscheidungen aus Deiner Sicht mit der Realität zu tun?

Sie formen sie. Ich weiß nicht wie viele große und kleine Entscheidungen ich jeden Tag treffe? Unzählige oder? Alle auf Basis meines Wertesystems und meiner Glaubenssätze. Für Bushido ist das Leben ein Haifischbecken. Für Lady Gaga eine Bühne. Für Balu den Bär ein Ort der Gemütlichkeit. Für meine Tochter ein großer Abenteuerspielplatz (sie ist gerade auf Weltreise) I don’t know. Meine Entscheidungen manifestieren meine Realität. Willst du 'ne neue, dann darfst du dein Denken neu denken. Nicht so leicht … oder vielleicht doch? 🙂

4. Welches war Dein Lieblingsmärchen als Du klein warst?

Ich hatte viele Lieblingsmärchen. An jedem faszinierte mich etwas anderes. An „ Rotkäppchen" der böse Wolf, an "Frau Holle“ der Schnee den sie aus dem Federbett schüttelte, an Rapunzel die langen Haare, an denen sogar ein Prinz hochklettern konnte!! Ich beneidete sie. Meine Haare waren immer fein und kurz. Die Botschaften der Märchen interessierten mich weniger, bis auf eine Ausnahme. Das Märchen "Der Fischer und seine Frau“. Ein Mann, der mit einem magischen Fisch sprechen konnte und der sich alles nur für seine Frau wünschte? War er ein Pantoffelheld oder ein wahrhaft Liebender? Ich verachtete die Frau, die zu Hause saß und ständig forderte, bis sie am Ende wieder im Pisspott saß. Der Fischer leider auch. Nunja! Er war definitiv mit der falschen Frau zusammen. Vermutlich wuchs er mit einer dominanten Mutter auf. Ich hätte gerne gewusst, wie das Märchen weitergeht und ob er die nörgelnde Xanthippe verlassen hat.

5. Was ist aus Deiner Sicht am Wichtigsten: Sicherheit, Autonomie oder Anerkennung?

Für mich ist Anerkennung das Wichtigste. Sie impliziert die beiden anderen Aspekte aus meiner Sicht. Jedenfalls dann, wenn damit auch die Anerkennung gemeint ist, die ich mir selbst gebe. Ich anerkenne mich für mein Streben nach Autonomie und gleichzeitig für die Fähigkeit mich in mir selbst sicher zu fühlen. Aber so ist die Frage vermutlich nicht gemeint. Ich gebe zu, Anerkennung von den richtigen Menschen bedeutet mir viel. Ich beziehe mich in allem was ich tue auf die Leute in meinem Umfeld: meine Familie, meine Freunde, meine Kunden oder mein Publikum auf den Social Media Kanälen. Alles was mir wirklich Freude bringt hat mit ihnen zu tun. Damit, dass ich eine Bereicherung für sie bin und sie für mich. Aber, und das ist sehr wichtig, die Anerkennung andere ist nur dann etwas Wert, wenn sie mir gleichzeitig die Freiheit gibt, so zu sein wie ich bin, ... womit wir wieder bei der Autonomie wären.

6. Wer ist Dein größtes Vorbild?

Mein größtes Vorbild ist ein erfolgreicher Coach, Autor und Speaker, dessen Name ich hier nicht nennen möchte. Ich will auf keinen Fall für einen Groupie dieses Mannes gehalten werden. 🙂 Mir imponiert die Art und Weise wie er sein Business aufgebaut hat. Ich glaube er hatte keine Strategie, er ist einfach diesem großen Wunsch gefolgt, seine Lieblingsthemen mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Auf dem Weg hat sich seine Sprache verfeinert, seine Botschaften haben immer mehr Tiefe bekommen. Auf eine gewisse Art hat er sich zu einer Weisheit hingeschrieben und -gesprochen, die er nur so und in der Interaktion mit seinem Publikum erlangen konnte. Er besetzt immer mehrere Themen gleichzeitig und widerlegt damit alle, die behaupten man müsse sich unbedingt auf ein Thema für eine kleine Zielgruppe fokussieren, um erfolgreich zu sein. Dieser Coach ist mir auf eine fast unheimliche Weise vertraut. Auch ich schreibe mich durch alle Widerstände hindurch zu meiner Wahrheit und brauche, genau wie er, den kontinuierlichen Austausch mit anderen Menschen darüber.

1/2 Welche Entscheidung würde die Welt zu einem besseren Ort machen?

Die Schule zu  revolutionieren. Wir wurden alle zu systemkonformen Arbeitsbienen ausgebildet. Ganz egal, ob als Arbeiter oder als Akademiker. Neun bis dreizehn Jahre Wissen in Kinder hinein zu pauken, von dem maximal 30 Prozent später für ihr Leben relevant ist, ist der größte Bullshit überhaupt!! Das, was dich frei, glücklich und selbstbestimmt macht, lernst du nicht in der Schule. Im Gegenteil: Eine ganze Armada an Therapeuten und Coaches ist jetzt unterwegs, um Schäden zu begrenzen und Versäumtes nachzuholen. Menschen zu zeigen,  wie sie ihre Verletzungen aus frühkindlichen Traumata aufarbeiten, wie sie gesund und im Einklang mit der Natur leben können,  wie sie Dauerstress durch Überarbeitung und zu hohe Ansprüche an sich selbst reduzieren, wie sie liebevollere Beziehungen führen, wie sie sich selbständig machen können, das Geldsystem verstehen lernen und ein Wohlstandsbewusstsein entwickeln. Das sind die Top-Nischen, in denen du zur Zeit als Coach am Besten Geld verdienen kannst. Traurig! Aber gut, packen wir es an.

Andrea Verspohl          andreaverspohl.com