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Beste Entscheidung des Lebens Gabriele Pfleger

Blog Interview Entscheiden Cover Michaela Forthuber #Entscheidungsarchitektin mit Gabriele Pfleger

Gabriele Pfleger

Beste Entscheidung ihres Lebens? Warum? Und 6 1/2 Fragen dazu:

1. Welche Entscheidung war die Beste, die Du in Deinem Leben getroffen hast? (Und warum?)

Meine beste Entscheidung im Leben schlich sich still und heimlich von hinten in mein Leben. Sie war nicht spektakulär wie Hauskauf, Kind kriegen, Jobwechsel oder Kündigung, Auswandern, Scheidung oder ähnliches. Anfangs bemerkte ich sie gar nicht richtig, denn sie hatte in meinem Kopf stattgefunden und zunächst keine Spuren hinterlassen, dachte ich. Ich hatte beschlossen „meine Freiheit“ zu leben in jeder Lebenslage. Was das bedeutete merkte ich erst, als ich tatsächlich meine feste Arbeitsstelle verließ, um selbstständig zu werden. Dies tat ich allerdings nicht, um mehr Geld zu verdienen oder um mir meine Zeit selbst einteilen zu können. Ich wollte einfach selbst-bestimmt leben, erkennen was wirklich zu mir und meinem Wesen gehört, was „mir“ guttut und nicht den anderen. Es war praktisch ein Nein zu den anderen und ein Ja zu mir selbst. Was hatte ich alles aus Gewohnheit getan, um anderen eine Freude zu machen oder um es anderen rechtzumachen. Es waren viele Pflichten dabei, die mich beengten und innerlich traurig und müde werden ließen. Den Schalter für Freiheit fand ich in meinem Kopf, nicht im Außen. Ich hatte beschlossen mich selbst noch genauer kennenzulernen, um meine Berufung leben zu können. Ganz eindrücklich konnte ich das bei meinem Wüstentrip durch die Sinai-Wüste testen. Hier ging es nicht um schneller, höher, weiter oder spektakulärer, obwohl natürlich die Weiten der Wüste das auf jeden Fall hergeben. Es ging einfach nur darum, bei mir selbst anzukommen, mich so anzunehmen wie ich bin und im Einklang und dem Rhythmus der Natur zu schwingen. Ich gebe zu, es ist nicht immer ganz einfach in schnellen und herausfordernden Gesellschaftsstrukturen seinen Weg zu gehen, aber ich bemühe mich jeden Tag darum, fast jeden Tag den besten meines Lebens werden zu lassen. 😉

6 1/2 Fragen:

1. Was beeinflusst Deine Entscheidungen?

Intuition begleitet mich schon mein ganzes Leben und wenn es um wirklich wichtige Entscheidungen des Lebens geht, ist sie mir immer sehr hilfreich und steht an erster Stelle. Selten treffe ich Entscheidungen mit meinem Kopf. Manchen mag das etwas seltsam vorkommen und der ein oder andere kann meine Entscheidungen nur schwer nachvollziehen, aber in meinem Inneren habe ich einen Kompass, der sofort anschlägt, wenn es um eine „Richtungs-Entscheidung“ geht. Ich kann mich immer darauf verlassen.

Manchmal erscheint eine Entscheidung im ersten Moment nicht als „richtig“, aber das Leben hat mich gelehrt, dass auch „schlechte“ Entscheidungen meinen Erfahrungsschatz einfach nur erweitern und immer auch für etwas gut sind. Das ist das Spiel des Lebens, es geht immer um Veränderung, um Neues entdecken und ums Loslassen. Und um mit den Worten von Aldous Huxley zu sprechen:“ Erfahrung ist nicht, was einem Menschen widerfährt, sondern vielmehr, was er daraus macht.“

2. Wie ist Dein Vorgehen, wenn Du eine schwere Entscheidung zu treffen hast?

Wie schon oben beschrieben ist die Intuition mein Begleiter bei Entscheidungen. Daher versuche ich mich immer einzufühlen, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Die wichtigsten Fragen dabei sind: „Was will ich wirklich?“ oder „Will ich das wirklich?“ Das funktioniert auch bei schwierigen Entscheidungen, denn das, was man wirklich will, kann man auch erreichen. Das ist zumindest meine Einstellung dazu und das beherzige ich auch bei gesundheitlichen Fragen.

3. Was haben Entscheidungen aus Deiner Sicht mit der Realität zu tun?

Entscheidungen haben mit „meiner“ Realität zu tun. Ich kreiere das in mein Leben, was ich denke und fühle. Wenn ich angstvoll, wütend oder immer anklagend durchs Leben gehe, wird mir das Leben etwas anderes spiegeln, als wenn ich versuche, optimistisch, selbstwirksam und mit Freude und Neugierde durchs Leben zu gehen.

4. Welches war Dein Lieblingsmärchen als Du klein warst?

Viele Märchen gehen gut aus und das weckt immer meinen Optimismus, den ich in mir trage. Daher mag ich mich gar nicht so gern nur auf ein Märchen festlegen. Jedes Märchen hat seine individuelle Moral und daher freue ich mich immer, wenn sich unwegbare Situationen zum Guten wenden. Ich habe gern bei „Hans im Glück“ oder „Rotkäppchen“ andachtsvoll zugehört.

5. Was ist aus Deiner Sicht am Wichtigsten: Sicherheit, Autonomie oder Anerkennung?

Autonomie natürlich, wenn mein Freiheitsgen einfach so stark ist…. Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit und Selbstwirksamkeit sind sehr wichtige Werte für mich. Diese können aus meiner Sicht schwer mit Sicherheit oder Anerkennung aufgewogen werden.

6. Wer ist Dein größtes Vorbild?

Ich habe kein wirklich größtes Vorbild. Wer mich aber sehr mit seinem Denken und seiner Kreativität beeindruckt hat ist Albert Einstein. Ich bin keine Wissenschaftlerin und kann seine Theorien nur sehr schwer verstehen, aber sein Ansatz die Dinge immer wieder neu und anders zu denken und somit anders wahrzunehmen schafft immer wieder neue Möglichkeiten und Perspektiven und somit neue Lösungen.

1/2 Welche Entscheidung würde die Welt zu einem besseren Ort machen?

Einfach mal nur Wahrnehmen was ist, und nicht ständig beurteilen, verurteilen, bewerten oder verstehen müssen.

Gabriele Pfleger    bunterdenken.de