Beste Entscheidung des Lebens Inga Brakopp

Blog Interview Entscheiden Cover Michaela Forthuber #Entscheidungsarchitektin mit Inga Brakoop

Inga Brakopp

Beste Entscheidung ihres Lebens. Warum? Und 6 1/2 Fragen dazu:

1. Welche Entscheidung war die Beste, die Du in Deinem Leben getroffen hast? (Und warum?)

Das ist eine sehr interessante Frage, die mich dazu veranlasst einmal selbst mein Leben Revue passieren zu lassen.

Ich könnte nun klassische Antworten finden, wie die Entscheidung eine Tochter zu zeugen oder ein Haus zu bauen, zu heiraten oder zu studieren. Doch nichts davon würde wirklich der Wahrheit entsprechen.

Ich bin mir sogar sicher, wenn ich einmal die einzelnen Stationen in meinem Leben zurück gehe, ist eine DER besten Entscheidungen in meinem Leben DIE - schon sehr früh den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt zu haben. Ich habe mein Studium abgeschlossen (mit den Gedanken "Man macht es ja") und fühlte von Anbeginn, dass es niemals meinem wirklichen Wunsch entsprach. Nachdem ich das schon im 2. Studienjahr begriffen hatte, dachte ich mir "wer weiß Inga, was du da wieder für Flausen im Kopf hast" und beendete die 3 Studienjahre erfolgreich.

Doch die Entscheidung mein Übernahmeangebot der Firma, bei der ich während des Studiums aktiv war, wo ich hätte, alt werden können, ab zu lehnen und in die absolute Ungewissheit zu gehen und tatsächlich sogar in die Arbeitslosigkeit.

DAS - ja genau DAS - war für mich DIE beste Entscheidung meines Lebens, denn darauf aufbauend hatte ich den Mut jede Einzelne weitere Station in meinem Leben ganz anders zu betrachten und mir immer die Frage zu stellen "Wie will ich es haben". Im Nachhinein und ganz neutral betrachtet, habe ich hier zum ersten Mal wirklich verstanden, was es bedeutet FÜR MICH zu handeln und so zu leben, wie ich es mir vorstelle.

Denn schon damals, mit 22 Jahren spürte ich, dass mich der Spruch "Wer weiß wofür es gut ist" ein Leben lang begleiten wird.

6 1/2 Fragen:

1. Welches sind deine 3 wichtigsten Zutaten, um weise und mutige Entscheidungen treffen zu können?

Die erste Zutat ist ganz klar, die Zukunft zu vergessen, in diesem Augenblick und hier in keiner Form darüber nachzudenken, „was passiert, wenn …“. Ich habe für mich immer wieder festgestellt – hinterfrage ich meine Entscheidung und überlege mir, wie die Zukunft jetzt aussehen könnte, dann entscheide ich nicht aus dem Bauch heraus. Denn dann kommt mein Verstand und führt mir vor Augen, wie anstrengend eine Veränderung, die für mich mit Mut einhergeht, geht, sein kann. Demnach entscheide ich klar nach dem Prinzip „Augen zu und durch – wird schon irgendwie“.

Die zweite Zutat ist - für mich allein zu entscheiden. Ich hinterfrage, mittlerweile, nicht mehr, was andere davon halten könnten oder was sie mir raten würden. Sehr früh habe ich verstanden, dass dieser Rat zwar gut gemeint ist und dennoch niemals meinem Leben und Gefühlen entsprechen kann, denn 81 Mrd. Menschen haben 81. Mrd. Meinungen und Gefühle. Und die einzige Frage, die ich mir doch stellen sollte – ist – wie will ich es haben.

Selbst Entscheidungen, wo eine andere Persönlichkeit nötig ist, wie eine Ehe oder Familie zu gründen, das ist das Einzige, wo ich sicher bin, dass eher 2 dazu gehören 😊 – selbst dort sollte ich die Entscheidung in aller erster Linie für mich ganz allein treffen, ob ICH das wirklich will.

Die dritte Zutat ist nach der Entscheidung auch WIRKLICH zu handeln und es aus dem Kopf / Bauch / Herz in die Umsetzung zu bringen und die Traumschlösser auch wahr werden zu lassen. Es ist zwar schön zu träumen und zu glauben, was alles möglich ist – nur der BEWEIS, dir selbst gegenüber, dass es auch WIRKLICH MÖGLICH IST – nur der versetzt die Berge in deinem Leben, die deinen wahren Wünschen entsprechen. Alles was du glaubst, ist wahr.

2. Welche Entscheidungshindernisse kennst du persönlich?

Angst – ganz eindeutig Angst. Angst vor der ungewissen Zukunft. Angst vor Fehltritten. Angst vor fehlender Anerkennung. Angst vor Verlust. Angst vor Versagen. Angst vor dem Scheitern. Angst vor mir selbst …

Grundlegend einfach das fehlende Vertrauen zu sich selbst, daran zu glauben, dass alles möglich ist, auch wenn wir es oft gar nicht erklären können. Und doch hat jede Handlung, jede Person, jede Tätigkeit und sogar das tägliche Wetter einen Grund in unserem Leben. Demnach habe ich beschlossen - die Angst vor Veränderung wahr zu nehmen und in meinem Leben keinerlei Bedeutung mehr zu schenken, denn nichts anderes ist der fehlende Mut zum Glücklichsein.

3. Was hat aus deiner Sicht die Ratio, die Intuition und die Emotion mit der Entscheidungsfindung zu tun?

Es ist die Art, wie ich Entscheidungen treffe. Und ich bin sicher, dass jeder „Typ“, gleich ob Ratio, Intuition oder Emotion jeweils seine Daseinsberechtigung hat. Alles um uns herum, vor allem wir selbst, sind in einem stetigen Prozess und je nachdem in welcher Lebenslage wir uns befinden, entscheiden wir. Das wichtige ich doch einfach, DAS wir entscheiden. Es gibt in meiner Welt kein richtig oder falsch. Es gibt nur „meine Entscheidung“. Und ja, es ist leicht zu sagen, man muss immer intuitiv oder emotional oder eben rational entscheiden. Ich glaube tatsächlich, es kommt darauf an, in welcher Lebenssituation ich gerade bin. Und das ist auch gut so, denn wir sind hier, um Erfahrungen zu sammeln. Und JEDE Entscheidung ist richtig, solange wir sie ganz klar treffen und das für uns. Auch wenn das bedeutet, manchmal einen kleinen Umweg zu gehen. Das wichtige ist doch, DASS wir gehen, denn dafür sind wir hier, genau jetzt und in diesem Moment.

4. Entscheide dich: Wenn du ein Buch wärst, welcher Titel steht auf deinem Cover?

DEIN goldenes Buch - Hab den Mut zum Glücklichsein

5. Welches war die großartigste Entscheidung von einem anderen Menschen, die du bewunderst oder richtig gefeiert hast?

Daran erinnere ich mich sehr gut, denn es ist erst kürzlich gewesen und die Emotionen sind noch so frisch. 😊 Auch wenn es sicher schon andere bewundernswerte Entscheidungen von Personen gab, die ich sehr gefeiert habe, hat mich diese nachhaltig beeinflusst.

Eine Entscheidung zu treffen, aus der absoluten Sicherheit und wohlgemerkt beruflich und auch familiär, rückwirkend betrachtet, wo alles so vorgelebt wurde und dennoch in die absolute Ungewissheit zu gehen und alle Zelte abzubrechen. Kein festes Einkommen mehr zu haben, keine stabile familiäre Basis und auch ein neuer Aufbau geografisch … all das hat mir sehr imponiert. Ja – es hat mich sehr beeindruckt, gebe ich zu und hat mich ein Stück weit an meine erste Ungewissheit erinnert und mich ermutigt und bestätigt zugleich, dass Menschen bereit zur radikalen Veränderung sind, um wirklich aus tiefstem, innersten glücklich zu sein und vor allem den Weg bereit sind – auch zu gehen.

6. Was hat Entscheiden für dich mit Verantwortung und Selbstwirksamkeit zu tun?

Alles. Ich selbst und nur ich selbst habe die Verantwortung für mich und mein Leben. Für niemand anderen werde ich diese je übernehmen können. Das bedeutet für mich, dass alle Entscheidungen, die ich treffe, ich in aller erster Linie für mich treffe und vor allem so, dass es mir damit gut geht. Wenn es mir gut geht, kann es überhaupt erst auch meinen Mitmenschen gut gehen.

Denn, du wirst mir Recht geben, mit einer unausstehlichen, unglücklichen, ausgepowerten, schlecht gelaunten und vom Leben müden Persönlichkeit, macht es wenig Spaß sich auszutauschen und das Leben zu genießen. Leider erlebe ich dies jeden Tag, jeden Tag sehe ich diese „Lebensmonster“. Egal, ob an einem Montag beim Einkaufen, einem Freitag in der Bar oder am Wochenende beim Grillen – sie sind überall und versuchen mich, mit ihrem Missmut anzustecken und von der Wahrheit zu überzeugen, dass das Leben so schwer ist und wir nichts selbst in der Hand haben und dem Leben ausgeliefert sind.

Doch ich bin resistent, denn ich weiß, was alles möglich ist, auch wenn es Dinge, Situationen, Menschen und Erlebnisse gibt, die ich nicht erklären kann. Die Verantwortung für uns selbst und die wertvolle Selbstwirksamkeit gehört für mich, wenn wir bereit sind - Entscheidungen zu treffen und auch wirklich, um zu setzen, in meiner Welt auf dem Weg „Mut zum Glücklichsein“ ganz klar dazu. Ich allein entscheide, was ich daraus mache und wie ich es wahrnehme. Und verdammt noch mal, das Leben ist zum genießen da und ja – ich glaube fest daran ALLES IST MÖGLICH.

1/2 Welche Entscheidung würde den Menschen around the World gut tun?

Die ganz klare Entscheidung FÜR SICH selbst zu HANDELN und JA zum Leben zu sagen.

Inga Brakopp  inga-brakopp.com