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Beste Entscheidung des Lebens Nina Kalmund

Blog Interview Entscheiden Nina Kalmund Michaela Forthuber #Entscheidungsarchitektin

Nina Kalmund

Beste Entscheidung ihres Lebens. Warum? Und 6 1/2 Fragen dazu:

1. Welche Entscheidung war die Beste, die Du in Deinem Leben getroffen hast? (Und warum?)

Ich habe zwei beste Entscheidungen, die mich beide stark geprägt haben.

Meine Entscheidung, Kinder zu bekommen, war sicherlich die prägendste, beste, schönste, weitreichendste Entscheidung, die ich getroffen habe.Sie hat mich in meinem Gesamtbewusstsein als Mensch unheimlich verändert, geprägt, geformt, gefordert, gebildet - und tut es weiterhin.

Die zweite Entscheidung, die ich nennen möchte - auch wenn im ersten Moment vielleicht verstörend wirkend - war die Entscheidung mich von dem Vater meiner Kinder zu trennen. Mir ist es wichtig klarzumachen, dass es nicht eine Entscheidung gegen einen anderen Menschen war, sondern eine Entscheidung für mich selbst. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich damals „für mich“ entschieden.Auch das unglaublich prägend und weitreichend.

6 1/2 Fragen:

1. Was beeinflusst Deine Entscheidungen?

Ich habe im Normalfall sehr schnell ein Gefühl für das, was ich möchte. Dem folgt bei wichtigen Entscheidungen ein tiefer Gedankenprozess, bei dem ich viel mit mir selbst rede, pro und contra erörtere, mögliche Auswirkungen durchdenke, viel nachlese, um unterschiedliche Perspektiven einnehmen zu können und mich mit mir vertrauten Menschen berate.

In diesem Prozess entwickele ich ständig ich ein Gefühl für meine Position, bis ich irgendwann, wie bei einer Reifung, weiß was das Richtige ist.

2. Wie ist Dein Vorgehen, wenn Du eine schwere Entscheidung zu treffen hast?

Siehe Punkt 1. Alle oben genannten Punkte beeinflussen mich bei dem Prozess

3. Was haben Entscheidungen aus Deiner Sicht mit der Realität zu tun?

Sensationelle Frage! Danke dafür! Es hat ja immer etwas mit der eigenen Realität zu tun.

Die eigene Wahrnehmung und wo man steht und was die Entscheidung dann für Konsequenzen hat - und das eigene Bild auf die Außenwelt, die einen ggf. in der eigenen Wahrnehmung zu der Entscheidung drängt ... Und dieses Selbstbild so stark geprägt durch „man weiss nicht was man nicht weiss“.

Also um die Frage zu beantworten: „Die" Realität: Es ist sehr fraglich, ob es sie gibt. Aber mit der „eigenen Realität“ hat es alles zu tun.

Um so wichtiger, die eigene eingeschränkte Sichtweise zu weiten, sich Rat zu holen, querzudenken - und dann aber wieder zur eigenen Mitte zurückzufinden.

4. Welches war Dein Lieblingsmärchen als Du klein warst?

Puh! Schwere Frage. „Le corbeau et le renard“  (der Rabe und der Fuchs) von La Fontaine. Ich bin französischsprachig aufgewachsen und die Fabeln von La Fontaine haben wir in der Schule rauf- und runterdekliniert - und ich habe sie geliebt.

5. Was ist aus Deiner Sicht am Wichtigsten: Sicherheit, Autonomie oder Anerkennung?

Sicherheit ist eine eingeschränkte Wahl. Wenn man von Sicherheit getrieben ist, schwingt sofort die Angst mit. Sicherheit ist natürlich für jeden grundlegend wichtig, aber hierzulande - aus dem Luxus, dass wir so sicher leben dürfen - sollte man nach mehr streben als „nur“ nach Sicherheit.

Anerkennung ist wichtig - damit macht man sich aber abhängig von anderen Menschen.

Wer bin ich? Wie verhalte ich mich? Wer möchte ich sein? - all das ist dann weniger von den eigenen Werten geprägt, sondern in der Abhängigkeit der Anerkennung durch Andere.

Autonomie heißt Selbstbestimmung und ist damit „frei von“, d.h. frei von Angst und frei von dem Bedürfnis nach Anerkennung. Autonomie heisst auch Unabhängigkeit und Souveränität. Autonomie als positiver Ausdruck von Freiheit und Verantwortung, ist für mich durchaus erstrebenswert.

6. Wer ist Dein grösstes Vorbild?

Das kann ich gar nicht beantworten. Ich habe ganz unterschiedliche Vorbilder für ganz unterschiedliche Bereiche. Älter und reifer werden führt auch dazu, dass ich großartige Qualitäten in Menschen sehr schätze, sie aber in anderen Dingen nicht als Vorbild betrachte.

Ich glaube in meinem täglichen Sein, bin ich weniger geprägt von einem "größten Vorbild", als von meinem eigenen Anspruch ein Vorbild für meine Kinder zu sein.

1/2 Welche Entscheidung würde die Welt zu einem besseren Ort machen?

Die Entscheidung, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

Nina Kalmund      www.street-philosophy.de