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Beste Entscheidung des Lebens Robert Frasch

Blog Interview Entscheiden Cover Michaela Forthuber #Entscheidungsarchitektin mit Robert Frasch

Robert Frasch

Beste Entscheidung seines Lebens? Warum? Und 6 1/2 Fragen dazu:

1. Welche Entscheidung war die Beste, die Du in Deinem Leben getroffen hast? (Und warum?)

Das ich mich 1996 für den 2-jährigen WIFI Kurs „Vertriebs- und Marketingmanagement“ beworben habe, obwohl ich eine Basisvoraussetzung nicht erfüllte. Ich habe nämlich keine Matura und die war in der Ausschreibung Pflicht. Mein Bewerbungsschreiben hatte 3 Seiten und ich erfuhr nachher, dass von den 90 Studenten die begonnen hatten nur 5 ohne Matura dabei waren. Wir haben übrigens alle fertiggemacht.

Das war damals die Basis für meine Professionalisierung im Vertrieb. Ich war zu dem Zeitpunkt „normaler“ Verkäufer in einer Spedition. In diesen 2 Jahren habe ich aber auch Konsequenz gelernt, denn 3 Tage von 18:30 – 22:00 Uhr im Kurs und am Wochenende lernen neben einem (mindestens) 40 Stunden Job war schon eine Challenge. Die sich ausgezahlt hat, mein Weg führte dann schnell über das Key Account Management bis in die Geschäftsleitung meines Arbeitgebers als Director Marketing & Sales Austria. Und bis heute, über 20 Jahre später, wirkt vieles davon immer noch nach.

6 1/2 Fragen:

1. Was beeinflusst Deine Entscheidungen?

Hauptsächlich mein Bauchgefühl. Die 2-3 Mal, wo ich dieses ignoriert habe, waren immer schlechte Entscheidungen. Heißt nicht, dass alle Bauchentscheidungen gut waren, aber ich fühle mich dann wenigstens „echt“ und die Entscheidungen passen zu mir persönlich.

2. Wie ist Dein Vorgehen, wenn Du eine schwere Entscheidung zu treffen hast?

Ich muss irgendwo an ein weites Wasser, idealerweise das Meer. Aber da ich ja am Neusiedler See wohne, dem „Meer der Wiener“ wie er genannt wird, habe ich es ja nicht so weit. Wichtig ist eine Wasserfläche, die groß und weit ist um meinen Gedanken freien Lauf zu ermöglichen.

3. Was haben Entscheidungen aus Deiner Sicht mit der Realität zu tun?

Entscheidungen werden einerseits von der Realität beeinflusst, viel mehr aber schaffen sie unsere Realitäten. Wie auch immer wir uns entscheiden, danach haben wir eine für uns gültige Realität geschaffen. Ähnlich wie im Konstruktivismus, unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere Wirklichkeit. Für mich gibt es keine guten oder schlechten Entscheidungen. Sondern nur welche die man trifft und welche die man nicht trifft. Das kann einem niemand abnehmen und eigentlich finde ich das auch gut so (obwohl ich es mir manchmal vielleicht wünschen würde).

4. Welches war Dein Lieblingsmärchen als Du klein warst?

Das tapfere Schneiderlein 😊 Ich muss gerade lächeln, weil das viel mit Antwort 3 zu tun hat… Den hier schafft die Hauptperson ja auch ihre eigene Realität, wenn sie die Riesen übertölpelt und ähnliches…

5. Was ist aus Deiner Sicht am Wichtigsten: Sicherheit, Autonomie oder Anerkennung?

Ohne Frage Autonomie. Weil damit kann ich für die anderen beiden sorgen bzw. bin auf sie nicht mehr angewiesen. Sicherheit kann trügerisch sein und die Anerkennung ist „ein liederlich Ding“. Aber solange ich meine Autonomie behalte kann ich selbst Entscheidungen treffen und agieren. So kann ich auch Probleme aktiv lösen und das ist mir am Wichtigsten.

6. Wer ist Dein größtes Vorbild?

Ali Mahlodji – Speaker, Autor, Mutmacher, Innovator… Weil er seine Menschlichkeit nicht nur lebt, sondern großzügig weitergibt. Weil er gefühlt tausend Dinge macht und in allen hochprofessionell agiert. Und weil er unzähligen Menschen das Gefühl gibt, dass sie wesentlich mehr können als sie selbst auch nur ansatzweise für möglich halten.

1/2 Welche Entscheidung würde die Welt zu einem besseren Ort machen?

Wenn wir alle jungen Menschen darin bestärken und sie dabei unterstützen, tatsächlich das zu machen, was ihnen persönlich am Wichtigsten ist. Ich glaube fest daran, dass Menschen sehr große Problemlösungskompetenzen haben und das der menschliche Geist kreative Lösungen entwickelt, wenn man ihn denn lässt. Wenn wir Menschen abhängig machen, wovon auch immer – Job, Einkommen, Erwartungen der Gesellschaft – dann be- oder verhindern wir diese Kreativität und nutzen nicht einmal einen Bruchteil unserer Möglichkeiten.

Robert Frasch  robertfrasch.com