Beste Entscheidung des Lebens Daniela Wegner-Laub

Blog Interview Entscheidung Daniela Wegner-Laub Michaela Forthuber #Entscheidungsarchitektin

Daniela Wegner-Laub

Beste Entscheidung ihres Lebens? Warum? Und 6 1/2 Fragen dazu:

1. Welche Entscheidung war die Beste, die Du in Deinem Leben getroffen hast? (Und warum?)

Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Als ich mit 16 vor meiner Mama stand und zu ihr sagte: „Mama ich gehe ins Internat, sonst wird aus mir nichts.“ Sie schaute mich an und verstand nichts. Sie hatte immer alles für mich gegeben, und manches Mal auch zu viel.

Ich war ein schüchternes Mädchen ohne Selbstvertrauen, ängstlich, unwissend und ging nicht mal an das Telefon, wenn ich nicht wusste wer gerade anruft. Selbst beim Einkaufen tat ich mich schwer, jemanden anzusprechen und um Hilfe zu bitten, wenn ich etwas mal nicht im Regal fand. Was könnte dieser Mensch von mir halten und denken? Ich war gefühlt ein niemand für mich selbst. Nur im Sport, Karate Leistungssport, dort war ich wissentlich gut und dort hatte ich mir nie die Wurst vom Brot klauen lassen. Aber im Leben war ich mir gar nicht sicher! Ich hatte es sehr schwer in der Schule, viele Tränen flossen bei den Hausaufgaben und ich quälte mich durch. Ich hatte durch Praktika in der Schule den Berufswunsch entwickelt, Physiotherapeutin zu werden. Dafür war ich mit 16 jedoch zu jung. Mit 17 hätte ich es neu versuchen können. Aber was ist mit diesem Jahr? Mir war klar, dass man mit 16 ohne Ziel schnell Scheiße baut. Intuitiv wusste ich, dass mir das nicht gut tun wird, wenn ich 1 Jahr totschlage mit irgendeinem medizinisch angehauchten Überbrückungsjahr. Nein, das wollte ich nicht. Daher bewarb ich mich auch für die Ausbildung zur Masseurin. Ja, und diesen Weg ging ich dann auch über die staatliche Ausbildungsstädte SBBZ Bad Salzungen.

Ich hätte täglich mit dem Zug nach der Schule nach Hause fahren können. Aber ich entschied mich dagegen. Ich wusste, wenn ich mich meinen Ängsten nicht stelle, dann werde ich nach der Ausbildung nicht weg gehen in eine andere Stadt.  Ich wusste, dass ich nur lerne, wenn ich mich meinen Ängsten stelle und auch keiner da ist, der mir helfen kann. Ich habe mich damals gefühlt, als stelle ich mich selbst an den Pranger. Aber ich wusste, das muss ich einfach tun.

Daher sagte ich das genauso meiner Mama. „Mama, ich gehe ins Internat sonst wird aus mir nichts.“

Es war der Beginn meiner persönlichen Entwicklung und ich werde nie vergessen, wie ich stotternd mit Schweißperlen auf der Stirn und zusammengekniffenen Hintern, aus Angst in die Hose zu machen, ganz allein in der Sparkasse stand, um mein erstes Konto zu eröffnen. An solch Herausforderungen und vielen weiteren ohne Einfluss von Hilfe, konnte ich nach und nach wachsen und mich so entwickeln, dass ich mich dann mit Abschluss meiner Ausbildung ohne Probleme traute, weiter weg zu ziehen und mein Leben komplett in die Hand zu nehmen.

Da diese fundamentale Entscheidung der Grundstein meiner persönlichen Entwicklung ist, empfinde ich diese Entscheidung als die beste in meinem Leben.

Zum Glück folgten viele weitere. 🙂

6 1/2 Fragen:

1. Was beeinflusst Deine Entscheidungen?

Das kommt auf die Art der Entscheidungen an. Ich bin jemand mit Chancenblick und ich bin offen auch für Ungeplantes. Kommt etwas Großartiges ungeplant in mein Leben, welches mich so fasziniert, dass ich das sofort haben, machen, besuchen, kaufen, verändern oder sonstiges muss, dann stelle ich dem ganzen Stolpersteine, um zu checken, ob das jetzt wirklich für mich richtig ist. Stelle ich fest, dass scheinbar alles dafür spricht, auch Probleme wie von selbst verfliegen, dann entscheide ich in solchen Themen nicht rational, sondern eher aus dem Herzen heraus, geleitet von Zeichen des Himmels. So sagt man ja, es gibt keine Zufälle.

Bei Entscheidungen rund um die Existenz, Familie, Partnerschaft, Arbeit, Kinder oder Liebe bin ich eher der Zahlen, Daten, Faktentyp. Auch wenn das Herz nicht ausgeschaltet wird, halte ich mich hier gern an Fakten und wiege Gutes gegen Schlechtes auf. Alles was mir nicht sinnig erscheint oder absolut unlogisch für mich ist, wird definitiv nicht umgesetzt. Ich finde, dass man das Herz fragen muss, was einen glücklich macht. Auch wenn es dann rationale Ausnahmen gibt, die nicht mit Fakten gewinnen. Glücklich sein ist das höchste Gut und da gibt es auch mal Ausnahmen.

Ich bin definitiv härter und schneller in den Entscheidungen, wenn es rein um mich oder um mein Geschäft geht. Bei meiner Familie kommen mehrere Herzpersonen mit ins Spiel und hier ziehe ich nicht immer hart meine Entscheidung durch. Kinderaugen und süßes Lächeln ist da sehr viel mächtiger. Da werde ich auch mal weich und das sehr gerne.

2. Wie ist Dein Vorgehen, wenn Du eine schwere Entscheidung zu treffen hast?

Bei schweren Entscheidungen nehme ich mir Zeit und eine Liste mit Pro und Kontra zur Hand, sowie eine weitere Liste mit aus der Entscheidung resultierenden Möglichkeiten.

Auch rede ich mit meinem Partner, Familie oder Geschäftspartnern über die nächste Entscheidung. Es zählen hier für mich Zahlen, Daten, Fakten und Intuition.

Schwere Entscheidungen treffe ich nicht von heute auf morgen. Es sei denn, ich beschäftige mich schon lange damit und ganz plötzlich ergibt sich die Möglichkeit oder die wirkliche Not zu handeln, und zwar JETZT.

3. Was haben Entscheidungen aus Deiner Sicht mit der Realität zu tun?

Oh, das finde ich eine schwere Frage. Denn was ist schon die Realität? Meine, Deine, die weltliche? Ich weiß nur, das wenn ich eine Realität für mich erschaffen möchte, muss ich mir sie vorerst vorstellen und in Leib und Seele bringen können.

Ich erschaffe mir meine zukünftige Realität im Jetzt und gehe täglich den Schritt in diese Richtung, bis ich angekommen bin.

Ich möchte gern ein Beispiel aus meiner Praxis verwenden, da mir das sehr am Herzen liegt. Menschen wünschen sich sehr oft Schmerzfreiheit. Die jetzige Realität ist Schmerz. Ihr Wunsch für die zukünftige Realität ist Schmerzfreiheit. Nun antworten mir zu 90 % die Patienten auf die Frage „Können sie sich überhaupt vorstellen wie es ist schmerzfrei zu sein?“ mit Nein. Traurig aber wahr. Sie können sich entscheiden, mit mir in der Praxis zu arbeiten, aber so werden sie ihre gewünschte Realität nicht erreichen. Denn ich bin nicht der Schlüssel dafür, nur Impulsgeber und Helfer. Sie selbst sind der Schlüssel und das müssen die Menschen vor ihrer Entscheidung begreifen. Vor dieser Entscheidung sollten sie durch Meditation, Hypnose, Rituale ihre zukünftige Realität (Schmerzfreiheit) im Geiste erschaffen. So wahrhaftig und deutlich, bis sie es wirklich glauben und diese Erfolgsinformation auch in die Zellen geschickt wird. Dann ist ihre Entscheidung, den Weg mit mir zu gehen, bis sie ihre zukünftige Realität erreicht haben, eine Gute.

Eine Realität zu erzeugen liegt daher nicht nur in einer Entscheidung, sondern viel tiefer bei einem selbst. Denn man muss vor dieser Entscheidung genau wissen, wie das Ziel aussehen soll und das gefühlt schon im Jetzt leben.

4. Welches war Dein Lieblingsmärchen, als Du klein warst?

Ein Lieblingsmärchen hatte ich nicht. Ich fand die weihnachtliche Zeit mit den Märchenfilmen immer schön. Da durfte man auch schon mal früher gemeinsam TV schauen. Meine Mama hat das immer so erfreut, und so wurden die Märchen ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Aber noch heute finde ich die 3 Haselnüsse für Aschenbrödel sehr schön. Auch Cinderella mit den Mäusen ist ein neumodisch verfilmtes Comicmärchen, welches ich sehr schön gemacht finde. Beide haben Tiefe und die Aussage, dass Liebe und Herz doch immer gewinnt. Das finde ich toll. <3

5. Was ist aus Deiner Sicht am wichtigsten: Sicherheit, Autonomie oder Anerkennung?

Autonomie! Es gibt nichts schöneres als frei sein Leben zu kreieren, wie man es möchte. Für die Selbstständigkeit muss man sich auch immer weiter entwickeln und kann somit wachsen. Aber man kann sich die schöneren Wege dazu aussuchen und seinen persönlichen Weg finden. Auch erhalte ich durch gute Leistung, Verlässlichkeit und Loyalität Anerkennung von allein, genauso wie Geld, welches mich und mein Leben finanziell sichert.

Ich bin der Meinung, dass Sicherheit eine Lüge ist. Denn was ist schon sicher, wenn das Lebensende definitiv tödlich ist.

6. Wer ist Dein größtes Vorbild?

Ich habe kein direktes Vorbild. Ich sehe wertvolle Menschen als Inspiration und Motivation. Daher konsumiere ich in Schrift, Bild und Ton gerne Biografien und Interviews von solch Menschen. Dazu zählen u.a. Arnold Schwarzenegger, Jacki Chan, Will Smith, Jim Carry, Michael Jackson, Tina Turner, Pink, Tobias Beck, Harald Glööckler, Vera F. Birkenbiehl, Hermann Scherer, Julien Backhaus und viele mehr, die ihr Leben selbst und kämpferisch in die Hand genommen und Großartiges geleistet und erschaffen haben.

1/2 Welche Entscheidung würde die Welt zu einem besseren Ort machen?

Das Fach „Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe“ in einem Schulfach zu integrieren, sowie ein „Natur und Umwelt“-Fach zu erschaffen, mit Grundlagen für die Selbstversorgung.

Mehr Autonomie und weniger Zwänge für Hebammen und Pflegekräfte. Denn der Anfang und das Ende des Lebens muss in gute Hände.

Megalaktische Grüße und Brust is NICE!

Daniela Wegner-Laub      www.praxis-wellfitgesund.de