Dein Nervensystem entscheidet und dein Kopf macht später die Pressekonferenz.

Michaela Forthuber Blog Entscheidungsarchitektin Nervensystem Entscheidungsfindung

Die meisten Entscheidungen triffst nicht du.


Dein Nervensystem entscheidet und dein Kopf macht später die Pressekonferenz.

 

🔍 Kann der Mensch Entscheidungen treffen?

Ja. Aber nicht frei von Einfluss, nicht frei von Mustern, nicht frei von Biologie und nicht frei von Geschichte. Der Mensch kann Entscheidungen treffen aber er tut es selten bewusst. Die meisten Entscheidungen entstehen:

  • aus gelernten Reaktionen,
  • aus alten Schutzprogrammen,
  • aus inneren Stimmen (deinen Entscheidungsmonstern),
  • aus sozialen Erwartungen,
  • aus Angst vor Verlust,
  • aus Wunsch nach Zugehörigkeit,
  • aus Erfahrungen, die du längst vergessen hast – dein Körper aber nicht.

Wir nennen es „ich habe mich entschieden“, aber oft hat sich einfach ein inneres Programm schneller gemeldet, als wir bewusst nachdenken konnten.

Die Wahrheit dahinter: Ein Mensch kann Entscheidungen treffen aber erst dann wirklich gut, wenn drei Dinge klar sind:

1️⃣ Identität Wer bin ich – ohne Rollen, Erwartungen, Muster?

2️⃣ Bedürfnisse Was brauche ich wirklich – nicht nur, was ich erwarte zu brauchen?

3️⃣ Bewusstsein Welche inneren Stimmen reden mit – und welche davon will ich heute nicht mehr blind folgen?

💡 Und jetzt das Entscheidende: Menschen haben nicht das Problem, dass sie keine Entscheidungen treffen können. Sie haben das Problem, dass sie nicht wissen, aus welcher inneren Logik sie entscheiden. Wenn du das erkennst, beginnt echte Entscheidungsfreiheit. Nicht perfekt. Nicht komplett. Aber radikal genug, um dein Leben zu verändern.

🔥 1. Entscheidungen entstehen nicht im Kopf Sie entstehen im Körper. Bevor du einen Gedanken formulierst, hat dein Körper bereits entschieden, ob etwas sicher, unsicher, bedrohlich, nervig oder angenehm ist. Das passiert in Millisekunden. Beispiel: Du willst ein Angebot posten → der Körper schickt: „Uff… lieber nicht. Gefahr.“ Du nennst das dann Zweifel, Perfektionismus oder ich bin noch nicht so weit. Der Körper nennt das: Überleben.

🔥 2. Danach kommen die Programme ich nenne sie: Entscheidungsmonster. In der Psychologie nennt man sie:

  • innere Anteile
  • Konditionierungen
  • Überlebensstrategien
  • erlernte Muster Sie übernehmen blitzschnell. Ihr Job ist: Schutz. Beispiel: Das Entscheidungsmosnter Effektivigo sagt: „Ich MUSS stark sein, sonst werde ich überrollt.“ Empatico sagt: „Ich muss erst für alle da sein.“ Optimizilo sagt: „Es muss perfekt sein.“ Diese Programme laufen automatisch. Sie entscheiden, bevor du entscheidest.

🔥 3. Dann erst kommt dein Verstand dazu Er macht NICHT die Entscheidung. Er erklärt sie im Nachhinein. Er baut eine schöne Geschichte darum:

  • „Es war nicht der richtige Zeitpunkt.“
  • „Ich mache es, wenn XY erledigt ist.“
  • „Ich muss erst klarer werden.“
  • „Ich bin noch nicht bereit.“

Das nennt man rationale Rechtfertigung. Dein Verstand ist dein Pressesprecher. Nicht dein Entscheider.

🔥 4. Und jetzt kommt das Spannendste: Du kannst nur bewusst entscheiden, wenn du erkennst, WER gerade entscheiden will. Du hast drei Ebenen: 🧠 Kopf – Logik „Was ist vernünftig?“ ❤️ Herz – Bedürfnis „Wonach sehne ich mich?“ 🥬 Bauch – Schutz / Überleben „Ist das sicher für mich?“ Wenn du diese drei Ebenen nicht unterscheiden kannst, fühlt sich jede Entscheidung an wie Chaos. Dann sagst du: „Ich weiß nicht, was ich will.“ In Wahrheit weißt du: Du weißt nicht, WER in dir gerade sprechen will.

🔥 5. Wo entsteht also echte Wahl? Wenn du erkennst:

  • 👉 Welche Stimme spricht?
  • 👉 Welche Angst steuert?
  • 👉 Welcher Anteil will dich retten obwohl es dich klein hält?
  • 👉 Welche Entscheidung wäre DEINER Identität näher nicht deinen alten Mustern?

Das ist der Moment, in dem Menschen DANN Entscheidungen treffen können. Zum ersten Mal wirklich bewusst.

🔥 6. Und jetzt die Kern-These: Der Mensch kann Entscheidungen treffen aber nur, wenn er mit sich selbst verhandeln kann. Nicht impulsiv. Nicht reaktiv. Nicht im Überlebensmodus. Sondern aus Bewusstsein, Klarheit und Selbstwirksamkeit. Das ist Entscheidungsarchitektur. Das ist deine Arbeit. Das ist der Punkt, an dem Menschen zum ersten Mal sagen:

„Jetzt entscheide ICH – nicht mein altes System.“

🔍 Warum es deine Welt verändert, wenn du nicht nur dich, sondern auch andere lesen kannst Es ist schon kraftvoll, wenn du verstehst, wie du entscheidest. Aber etwas viel Größeres passiert, wenn du beginnst, zu sehen, wie andere Menschen entscheiden. Nicht im Sinne von „ich manipuliere jemanden“. Sondern im Sinne von:

  • Ich erkenne Muster schneller als sie selbst.
  • Ich verstehe, warum jemand plötzlich blockiert.
  • Ich sehe, wo Schutzprogramme übernehmen.
  • Ich erkenne, was ein Mensch wirklich braucht nicht, was er sagt.

Das ist nicht nur Empathie. Das ist Kompetenz.

Und ja, es macht dich im Leben, im Business und in Gesprächen dramatisch wirksamer.

1. Du erkennst schneller, warum Menschen sich so verhalten, wie sie sich verhalten Plötzlich verstehst du:

  • warum jemand ausweicht,
  • warum jemand schweigt,
  • warum jemand kontrolliert,
  • warum jemand klammert,
  • warum jemand eskaliert,
  • warum jemand nicht kann, obwohl er will.

Du nimmst Dinge nicht mehr persönlich. Du interpretierst weniger. Du reagierst klarer. Das senkt Drama und erhöht Klarheit.

2. Du kannst Gespräche führen, ohne dass sie entgleisen Wenn du weißt, welcher Anteil in der anderen Person gerade aktiv ist, kannst du das Gespräch stabilisieren, ohne dich zu verbiegen. Du gehst nicht mehr in den Kampf, nicht in die Rechtfertigung, nicht in die Anpassung. Du gehst in Führung. Das ist soziale Intelligenz auf einem Level, das die meisten nicht mal kennen.

3. Beziehungen — privat wie beruflich — werden einfacher Denn du hörst nicht mehr die Worte. Du hörst die Logik dahinter. Und wenn du die Logik verstehst, kannst du anders reagieren:

  • klarer,
  • ruhiger,
  • verbindender,
  • wirksamer.

Menschen fühlen sich gesehen und gesehenen Menschen folgt man.

4. In Verkauf & Kommunikation ist es ein unfairer Vorteil Die meisten verkaufen an „Personen“. Du verkaufst an Muster. Du erkennst:

  • Was treibt jemanden an?
  • Wovor schützt er sich?
  • Was braucht er, um Ja zu sagen?
  • Was blockiert ihn wirklich?

Ein Mensch, der sich verstanden fühlt, fühlt sich sicher. Und ein Mensch, der sich sicher fühlt, kann entscheiden. Du verkaufst also nicht über Druck, sondern über Erkennen. Das ist nicht nur ethisch. Das ist effektiv.

5. Führung wird plötzlich leicht Weil du nicht mehr versuchst, Menschen „anzutreiben“. Du entfernst die Hindernisse, die ihr System gerade produziert. Das ist der Unterschied zwischen Management und Leadership.

6. Und das Wichtigste: Du wirst gelassener Weil du merkst: Die meisten Menschen kämpfen nicht gegen dich. Sie kämpfen gegen ihre Muster. Und wenn du das siehst, kannst du entspannter bleiben ohne deine Kraft zu verlieren.

Kurz gesagt: Wenn du Menschen lesen kannst, kannst du Entscheidungen verstehen, bevor sie fallen. Du kannst Konflikte entschärfen, bevor sie eskalieren. Du kannst Bedürfnisse erkennen, bevor sie ausgesprochen werden. Das macht dich nicht nur weiser. Es macht dich wirksam.

🎯 Was du jetzt tun kannst

👉 Mach das Entscheidungsmonster-Quiz und entlarve das Muster, das dich ausbremst – damit du endlich die Entscheidungen triffst, die dich wirklich weiterbringen.
👉 Oder schick mir eine PN, wenn du bereit bist, deine Entscheidungen bewusst zu steuern statt sie von deinem Nervensystem steuern zu lassen.

Gestern wäre ideal gewesen.
Heute reicht vollkommen.

Be awesome and more,

Michaela

Entscheidungsarchitektin & Host FuckupNights Munich

Forthuber

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